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Selbst-Für-Sorge – Warum aktives Stressmanagement auch im Fundraising wichtig ist

26. März 2024 | 0 Kommentare

Die vielleicht stressigste Zeit für Fundraiser liegt gerade hinter uns. Eine Zeit, in der wir stark beansprucht werden, in der wir Erschöpfung und Müdigkeit deutlichen spüren. Das neue Jahr bietet hier eine Chance: Wie wollen wir uns dem hohen Druck am Arbeitsplatz stellen? Wie wollen wir für unser Wohlbefinden sorgen? Eine gute Selbstfürsorge ist enorm wichtig, für uns selbst, unsere Familien, unseren Job.

Fundraising ist mit großer Verantwortung verbunden. Bekommen wir das Geld zusammen oder kann das Projekt nicht durchgeführt werden? Als Folge können Kinder nicht in die Schule gehen, Essen muss rationiert, wichtige Gebäude können nicht gebaut werden. Das Fundraising-Ergebnis wird stets gemessen, intern, aber eben auch extern. Oftmals sind wir gezwungen, mit weniger Mitteln mehr Spenden zu generieren, und dabei erschweren die internen Strukturen gutes Fundraising. Daneben ist der Arbeitsalltag oft chaotisch, es muss schnell gehen, ein Notfall jagt den nächsten und die unzureichende Institutional Readiness tut ihr übriges, uns in fordernden Zeiten zum Verzweifeln zu bringen.

Dieser Stress kann sich schwer auf unsere Arbeit legen, die viele wählen, weil wir sie als bereichernd empfinden, wir helfen wollen. Dabei auf uns zu achten, uns nicht zu verlieren, uns quasi selbst zu helfen – das vergessen wir leider viel zu oft. Doch wie wollen wir Gutes tun, ohne selbst auf der Strecke zu bleiben? Wie wollen wir weiter mit dem Herz dabei sein, im Wissen, dass die Arbeit immer mehr und anspruchsvoller und im Vergleich zu Jobs in der freien Wirtschaft aber schlechter bezahlt wird?

Selbstfürsorge ist nichts Esoterisches

Fundraising kann harte und schwierige Arbeit sein, sollte aber niemals das mentale und körperliche Wohlergehen beeinträchtigen. Self Care wird oft belächelt, und viele denken dabei vielleicht an etwas Esoterisches. Das Wichtige ist jedoch, jeden einzelnen Tag auf sich zu achten. Das können schon „einfache Dinge“ sein wie gut und gesund essen, Sport und spazieren gehen. Darüber hinaus lässt sich vieles in den Alltag integrieren. So kann man auch Freizeit planen. Hier gibt es viele Möglichkeiten, kleine Änderungen vorzunehmen: Nach 17 Uhr keine geschäftlichen E-Mails mehr lesen oder sich drei Mal pro Woche eine feste Mittagspause einplanen, um im Park spazieren zu gehen. Oder richtig feste freie Zeiten einplanen, die bald zur Gewohnheit und so zur Entlastung werden?

Realistische Ziele setzen – beruflich und privat

Kann ich die Aufgabe noch annehmen oder die Abgabefrist einhalten? Kann ich den Kuchen für den Kindergarten backen und die Einladung am Abend annehmen? Es ist unglaublich wichtig, gesunde Grenzen zu setzen und nein zu sagen. Viel zu oft muten wir uns zu viel zu. Das hat zur Folge, dass die wirkliche Arbeit nicht erledigt werden kann. Realistische Ziele, die wir erreichen können und/oder wollen, führen dazu, dass wir Erwartungen Anderer an uns und unsere eigenen Erwartungen an uns gut managen können.

Dinge tun, die uns erfüllen

Was würde ich gern mal wieder tun? Was hat mich früher erfüllt, wonach habe ich Sehnsucht? Ich wollte mich doch schon lange mal mit dem alten Kumpel treffen oder wieder das Tanzbein schwingen. Ich würde gerne mal wieder einen Kinosaal von innen sehen oder einen langen Waldspaziergang machen – ganz für mich allein. Worauf willst du dich freuen? Plane dir bewusst jeden Monat kleine Oasen ein, die dir Kraft geben und dich lebendig fühlen lassen.

Self Care liegt in unseren Händen. Das müssen wir begreifen und die Kraft haben, uns unserer eigenen Verantwortung wieder zu stellen. Das klingt vielleicht alles sehr offensichtlich. Ist es auch. Aber wir tun es (meist) nicht, und erst recht nicht konsequent. Mit kleinen Schritten können wir uns aber immer mehr auch wieder um unsere eigenen Bedürfnisse kümmern und gesunde Gewohnheiten in unseren Alltag, auch in den Arbeitsalltag, integrieren.

Self Care ist auch Führungsaufgabe

Daneben sind auch die Organisationen in der Pflicht, unsere Arbeitswelt so anzupassen, das wir nachhaltig Erfolge möglich machen können. Self Care ist auch Führungsaufgabe. 2019 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Burnout in ihre „Internationale Klassifikation der Krankheiten“ aufgenommen. Es wird betont, dass sich Burnout speziell auf Phänomene im beruflichen Kontext bezieht. Führungskräfte sind also gefragt, passende Rahmenbedingungen zu schaffen, oder Angebote wie auch externe Coaching-Begleitung oder Weiterbildungen zu ermöglichen.

Unsere Passion und unser Commitment als Fundraiser sind wichtig und geradezu besonders für diese Berufsgruppe. Die Leidenschaft, etwas zu verändern, stachelt uns an und hilft, mit Herausforderungen gut umzugehen. Diese Hingabe kann aber schnell dazu führen, stets über unsere Grenzen hinauszugehen. Lasst uns gemeinsam darauf achten, dass wir – auch für unseren Job – unsere persönlichen Grenzen wahren.


Dieser Text ist zuerst erschienen im Fundraising Magazin 1/2024 (S. 22/23)

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