Die unbekannte Superkraft

23. November 2023 | 0 Kommentare

Fundraising für Moore „ist echt hart“

Obwohl Moore eine unheimlich wichtige Bedeutung für den Schutz unseres Planeten haben, sind sie in Gefahr. Moore sind wichtige Kohlendioxidspeicher und wichtiger Lebensraum zugleich. Sie binden doppelt so viel CO2 wie alle Wälder dieses Planeten zusammen. Die NGO Mission to Marsh setzt sich für ihren Erhalt ein.

Feuchtgebiete wie Moore, Mangroven oder Sümpfe wurden und werden zum Zweck der Land- und Forstwirtschaft, für Siedlungen oder andere „produktive“ Nutzung größtenteils zerstört. In Deutschland sind bereits über 95 Prozent der Moore verloren und können dadurch keinen Kohlenstoff mehr aufnehmen. Als sich Ann Christin Kornelsen während ihres Geografiestudiums damit auseinandersetzte, wurde ihr klar: Sie muss Moore – die „Klimahelden unseres Planeten“, wie sie sie nennt – schützen. Ihre logische Konsequenz war es, die Non-Profit-Organisation Mission to Marsh zu gründen. Heute setzt sie ihre Lebensaufgabe darin um. Gemeinsam mit ihrem Team aus Klimaaktivisten und Umweltschützern auf der ganzen Welt will sie Projekte im Bereich Moorschutz realisieren.

Dabei setzen Anni, wie sie genannt wird, und Alexander Kornelsen (alias Alex und CEO von Mission to Marsh) insbesondere auf Awareness. Den allermeisten Menschen ist die Wichtigkeit der Moore nicht bewusst. Anni will am schlechten Image der Moore arbeiten und Menschen davon überzeugen, dass Moore keine stinkenden und mückenbewohnten Einöden sind.

Moorschutz ist Klimaschutz. Das machen Anni und Alex jetzt in Deutschland sichtbar. Mit ihrem ersten Projekt nahe Hannover wollen sie mit ihrer Mission to Marsh den Menschen die Augen für die Superkräfte der Moore öffnen. Das große Projekt ist in vollem Gange. Solar­pumpen sollen die Meer­bruchs­wiesen am Stein­huder Meer bewah­ren. Doch Moor-Re­na­tu­rie­rungs­projekte kos­ten viel Geld. Dazu sagt Alex:

„Fundraising für Moore ist echt hart, echt schwer. Denn wir können nicht zeigen, wie zerstörte Moore aussehen – da könnten wir dann nur einen Acker zeigen.“

Zusammen mit GoFundme wollen sie aktuell 50 000 Euro generieren. „Das ist alles sehr viel Fleißarbeit und zieht sich lange hin. Wir schwanken immer wieder zwischen Frust und Angst, dass wir es nicht schaffen, und der Euphorie, wenn dann mal wieder zehn Menschen spenden“, fasst Alex die Erfahrungen zusammen. Doch sie setzen nicht nur auf Einzelspender, sondern kooperieren mit passenden Firmen oder beantragen erfolgreich Fördergelder, wie beim Environmental Grants Program Fund von Patagonia. Die gesammelten Gelder werden in Maßnahmen zur Wiedervernässung investiert – und diese zeigen vielfältige Wirkung: Moore sind Wasserfilter, sie haben Wasserspeicherkapazität und sind damit Grundwasserspeicher und schützen vor Fluten. Anni und Alex arbeiten dabei mit der „Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer“ zusammen und freuen sich jetzt schon auf die Renaturierung, die gleichzeitig den Lebensraum vieler, auch gefährdeter Tierarten wiederherstellen wird.

Weitere große, neue Projekte sind bereits dabei, finalisiert zu werden. Dazu gehört auch der erste Dokumentarfilm, und gemeinsam schreiben sie ein Buch über Moore. „Wir wollen eingeladen werden, um über die unbekannten Helden – die Moore – zu erzählen. Wir wollen den Menschen helfen, aus der Ohnmacht beim Klimaschutz zu kommen. Moore sind etwas sehr Konkretes, das wir bei uns vor der Haustür schützen können.“ Für ihr Engagement wurden sie jüngst auch für den „Planet Hero Award“ nominiert.

Dass Begeisterung ein essenzieller Teil erfolgreichen Fundraisings ist, zeigen Anni und Alex in besonderer Weise. Mit der Kraft der Natur den Klimawandel zu stoppen und bedrohte Tierarten zu schützen ist ein großartiges Projekt, das Hoffnung macht.

Hier gelangst Du direkt zur Seite der Organisation: Mission to Marsh


Dieser Text ist zuerst erschienen im Fundraising Magazin 6/2023 (S. 38)

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